künstlerdasein zeit sparen

Mehr Zeit für das Kunsthandwerk

Zeit einsparen, um mehr Zeit zu haben für die künstlerische Entfaltung

Wer kennt das nicht? Eigentlich hat man den Tag für das Atelier geplant, aber dann rücken doch wieder andere Tätigkeiten in den Vordergrund. Rechnungen müssen geschrieben werden, Veröffentlichungen müssen getippt werden und neue Ausstellungen müssen organisiert werden – es bleibt nur wenig Zeit für das Wesentliche – die Arbeit an den Kunstwerken.

Welche Tätigkeiten sind am „Zeit fressendsten“?

Es gibt Pflichttätigkeiten, um die kein Künstler drum herum kommt. Die Frage ist nur wie kann man die verbrauchte Zeit für diese Tätigkeiten verkürzen? Als allererstes sollte eine Liste gemacht werden mit Tätigkeiten, die die meiste Zeit „fressen“ und von der eigentlichen künstlerischen Entfaltung abhalten. Wer sich nicht sicher ist wieviel Zeit welche Tätigkeit „frisst“, der sollte eine Woche lang bei jeder Tätigkeit eine Stoppuhr benutzen und alle Zeiten dokumentieren. Anschließend können die gestoppten Zeiten ausgewertet werden und daraus Schlüsse gezogen werden.

Meine Schlussfolgerung

Für mich persönlich hat sich ergeben, dass ich sehr viel Zeit mit dem Tippen verbringe. Meine Stoppuhr hat die längste Zeit angezeigt bei den Arbeiten wie zum Beispiel das ausführliche Schreiben von Pressemitteilungen, Anträgen für neue Ausstellungen und sonstige Veröffentlichungen, die ich aufgrund von Marketing natürlich erstellen muss. Da ich bisher nicht gelernt habe blind zu schreiben, bin ich immer auf das „Adler-Suchsystem“ angewiesen. Dies stielt mir regelrecht meine „Kunstzeit“. Nun habe ich beschlossen mir nicht länger meine Zeit stehlen zu lassen und beginne einen Kurs zum Thema Blindschreiben.

Am Anfang habe ich gedacht, dass es mir unmöglich sein wird das Blindschreiben zu lernen. Aber nach und nach merke ich, dass es überhaupt nicht so schwer ist wie ich dachte. Die Lehrerin ist sehr geduldig und wir lernen wirklich jeden Buchstaben einzeln. Das heißt der Stress und der Druck wird komplett vermieden. Aufgrund dieser positiven Lernatmosphäre bin ich nach wie vor hoch motiviert und bin mir jetzt schon sicher, dass ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen kann und bald das 10-Finger-System komplett beherrsche. Die Erleichterung bei der Bewältigung meiner Arbeit wird enorm sein. So brauche ich die Veröffentlichungen, Pressemitteilungen und Anträge nicht mehr stundenlang tippen, sondern kann leichtlos mit den Fingern über die Tastatur fliegen und habe allen Papierkram mit einer großen Schnelligkeit erledigt.

Ich freue mich schon sehr auf die gewonnene Zeit, die ich dann natürlich im Atelier verbringen werde. Es ist wirklich eine Schande, dass man sich als Künstler von den vielen Nebentätigkeiten so sehr von dem eigentlichen Schaffen abhalten lässt! Wozu nennen wir uns Künstler, wenn wir kaum Zeit haben für das Wesentliche? Es wird höchste Zeit das zu ändern und für eine klare Zeitstruktur zu sorgen. So bleibt mehr Zeit für das wofür ein Künstler sich wirklich begeistert, ja regelrecht glüht!